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Ludwig II. (Bayern)

Shownotes

Bayerns Märchenkönig zwischen Genie, Isolation und rätselhaftem Tod...
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Die Episode basiert auf Inhalten von Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Bayern)
Inhalte wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.
CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Transkript anzeigen

00:00:00: Ludwig II.

00:00:03: von Bayern, geboren am XXV.

00:00:06: August, eighteenhundertfünfundvierzig und gestorben am dreizehnten Juni, achtzehundertsechsundachtzig, regierte Bayern von achtzehundertvierundsechzig bis zu seiner Entmündigung, achtzehundertsechsundachtzig.

00:00:21: Bekannt wurde er als leidenschaftlicher Schlossbauer von Neuschwanstein, Herren Schiemsee und Linderhof sowie als Förderer Richard Wagners.

00:00:31: Politisch prägten seine Regierungszeit der Verlust im deutschen Krieg, eighteenhundertsechsundsechzig und Bayerns Eintritt in das Deutsche Reich, achtzehnthundertsebzig, einundsebzig.

00:00:45: Herkunft und Kindheit Ludwig II.

00:00:48: von Bayern wurde am fünfundzwanzigsten August, achtzehnthundertfünfundvierzig, um Null Uhr dreißig, in Schloss Nymphenburg bei München, als ältester Sohn des Kronprinzen Maximilian und der Kronprinzessin Marie geboren.

00:01:03: Nach einer These von Rudolf Reiser sollen die beiden Söhne von König Maximilian II.

00:01:09: in Wirklichkeit von Giuseppe Tambosi gezeugt worden sein.

00:01:13: Er erhielt die Taufnamen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig.

00:01:18: Auf Drängen seines gleichnamigen Großvaters sollte er aber Ludwig genannt werden.

00:01:23: Der fünfundzwanzigste August war außerdem der Namenstag des Heiligen Ludwig von Frankreich.

00:01:30: Der Großvater Ludwig I. war Taufpate.

00:01:34: Diese Verbindung zum französischen Königshaus prägte Ludwigs Vorliebe für Frankreich und seine Bewunderung für Ludwig, den Vierzehnten, die sich später in den Schlössern Linderhof und Herren Schiemsee zeigte.

00:01:49: Direkt nach der Geburt übergab man den Säugling einer Amme aus Miesbach.

00:01:55: Zunächst entwickelte er sich gut.

00:01:58: Im Frühjahr eighteenhundertsechsundvierzig, mit etwa acht Monaten, starb die Amme plötzlich.

00:02:05: Der Junge wurde schnell abgestillt, viel krank und bekam Fieber.

00:02:08: Man fürchtete um sein Leben, doch er erholte sich wieder.

00:02:14: Im Juli, eighteenhundertsechsundvierzig, kam sie Bille Meilhaus als Erzieherin zu ihm.

00:02:20: Sie blieb bis zu seinem siebten Geburtstag bei ihm.

00:02:24: Zu ihr entwickelte er eine enge Beziehung, die ein Leben lang hielt und auch nach ihrer Heirat im Briefwechsel fortgesetzt wurde.

00:02:37: Die Brüder verbrachten Kindheit und Jugend, vor allem auf Schloss Hohen-Schwarngau, umgeben von den Menschen, die sie erzogen.

00:02:46: Dort stieß Ludwig früh auf die Welt der Sagen und des Mittelalters, die in vielen Wandbildern und Stoffen sichtbar war.

00:02:54: Die Mutter war begeistert vom Bergsteigen und nahm ihre Söhne oft mit auf Wanderungen.

00:03:00: Nach der Abdankung von König Ludwig, dem Ersten im Jahr eighteenhundertachtundvierzig, wurde Vater Maximilian König.

00:03:08: Und Ludwig wurde Kronprinz.

00:03:11: Das Verhältnis zu den Eltern blieb kühl, besonders zum Vater.

00:03:16: Maximilian setzte auf strenge Erziehung die auch Strafe einschloss.

00:03:21: Die Mutter kümmerte sich um Ludwig, soweit es ihre Repräsentationspflichten erlaubten.

00:03:27: War sie nicht da?

00:03:28: Schrieb sie ihm regelmäßig Briefe?

00:03:30: und kaufte auf Reisen viele Spielsachen für ihn.

00:03:34: Ludwig liebte Frühliteratur und Baukunst.

00:03:37: Er spielte gern mit Bausteinen und baute Kirchen und Klöster nach.

00:03:42: Sein Großvater förderte das und schenkte ihm, ab Mai, übernahmen mehrere militärische Erzieher die Ausbildung der Prinzen.

00:03:57: Einer von ihnen förderte auch Ludwigs Hang zu Selbstverherrlichung und Hochmut.

00:04:02: Die Bildung der Prinzen fand zusätzlich bei Hauslehrern statt.

00:04:06: König Maximilian fiel es schwer, sich mit seinem älteren Sohn zu unterhalten.

00:04:11: Die Beziehung blieb distanziert.

00:04:14: Später schrieb Ludwig, sein Vater habe ihn von oben herab behandelt und höchstens mit einigen kalten, beiläufigen Worten bedacht.

00:04:23: Die Sommer verbrachten die Prinzen zwischen eighteenhundertdreiundfünfzig und achtzehundertdreiundsechzig häufig in der Königlichen Villa in Berchtesgaden.

00:04:34: Im September, eighteenhundertdreiundsechzig, wurde dort eine enge Freundschaft mit Paul von Thurn und Taxis geschlossen.

00:04:42: Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird berichtet, dass ein Vorfall im Park der Villa ab eighteenhundertsiebenundfünfzig dazu führte, dass Ludwig eine starke Abneigung gegen Berchtesgaden entwickelte und nach dem Tod seines Vaters, eighteenhundertsechzig lange Zeit, nicht mehr dorthin zurückkehrte.

00:05:03: Dieser Bericht schildert, dass ein Hofbeamter Otto gefesselt und geknebelt aufgefunden und ihn befreien musste.

00:05:10: Der Vater sei darüber erschrocken und habe Ludwig bestraft.

00:05:15: Ludwig habe daraufhin eine Abneigung gegen den Ort entwickelt.

00:05:27: Er identifizierte sich auch früh mit Werken von Friedrich Schiller, zum Beispiel mit dem Drama Wilhelm Tell.

00:05:37: Eighteenhundertsechzig traf Ludwig im Schloss Nymphenburg zum einzigen Mal Otto von Bismarck.

00:05:45: Zwischen ihnen entwickelte sich eine lebenslange Brieffreundschaft.

00:05:51: König von Bayern.

00:05:54: Thronbesteigung.

00:05:56: Am zehnten März, Eighteenhundertsechsunddreißig, starb sein Vater Maximilian.

00:06:02: Am selben Tag wurde der achtzehnjährige Ludwig zum König von Bayern ausgerufen.

00:06:07: Am elften März legte er im Staatsratsaal den Eid auf die bayerische Verfassung ab.

00:06:13: Am vierzehnten März trat er bei den Trauerfeiern erstmals öffentlich als König auf.

00:06:19: Mit einer Körpergröße von eins Komma, dreiundneunzig Metern, war er für seine Zeit sehr groß.

00:06:26: Ludwig war auf das Amt kaum vorbereitet.

00:06:29: Er hatte gerade erst sein Studium begonnen.

00:06:32: Zugleich begann der deutsch-dänische Krieg, von dem sich Bayern zunächst fernhielt.

00:06:38: Ende eighteenhundertvierundsechzig berief Ludwig den erfahrenen Politiker Ludwig von der Pforten erneut zum Vorsitzenden im Ministerrat.

00:06:48: Im Sommer des selben Jahres begegnete er in Bad Kissingen der Zarin Maria Alexandrovna.

00:06:54: Aus weiteren Treffen entwickelte sich ein etwa einjähriger Briefwechsel, der wohl wegen ihres Gesundheitszustands endete.

00:07:04: Förderung Richard Wagners.

00:07:07: Von Anfang an legte Ludwig großen Wert auf Kunst und Kultur.

00:07:11: Besonders eng war seine Beziehung zu Richard Wagner, den er am vierten Mai, Er stellte ihm ein Haus in der Brehner Straße in München zur Verfügung und unterstützte ihn zwischen eighteenhundertvierundsechzig und achtzehundertfünfundsechzig mit rund einhundertsiebzig tausend Golden, womit Wagner unter anderem den Ring des Nibelungen vorbereiten konnte.

00:07:36: Ludwig verehrte Wagner, lehnte aber dessen Antisemitismus ab und setzte sich wiederholt für jüdische Künstler und Bürger ein.

00:07:45: So bestand er vor der Uraufführung von Parsifal darauf, dass Hermann Levy das Münchner Hofopernorchester dirigierte und widersetzte sich Forderungen nach dessen Taufe.

00:07:57: Eighteenhundertneunundsechzig und Achtzehnhundertzweiundachzig erhob er Mitglieder der Bankiersfamilie von Hirsch in den Freiherrenstand und unterstützte Achtzehnhundertzweiundachzig den Bau einer neuen Hauptzynnagoge in München.

00:08:12: Seine Verehrung für Wagner nahm schwärmerische Züge an.

00:08:16: Der Briefwechsel der beiden war sehr überschwänglich und lässt eine deutlich homoerotische Färbung erkennen.

00:08:24: Gemeinsam planten sie ein Festspielhaus an der ISA nach Entwürfen von Gottfried Semper.

00:08:32: Wagnas wachsende finanzielle Ansprüche, seine politischen Stellungnahmen und private Skandale lösten jedoch in Presse, Regierung und Bürgertum Proteste aus.

00:08:43: Im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember, im Dezember.

00:09:12: Am zweiundzwanzigsten Mai, eighteenhundertsechsundsechzig, besuchte Ludwig ihn überraschend, begleitet von seinem Flügeladjutanten Paul von Thurn und Taxis.

00:09:23: In dieser politisch angespannten Zeit dachte Ludwig zeitweise über Abdankung und einen Rückzug zu Wagner nach, ließ sich aber von Paul von Thurn und Taxis überzeugen, König zu bleiben.

00:09:37: Trotz aller Konflikte blieb er Wagners wichtigster Förderer.

00:09:42: Ur-Aufführungen wie Tristan und Isolde, die Meistersinger von Nürnberg, das Rheingold und die Valküre fanden im Bayerischen Nationaltheater statt.

00:09:53: Ab eighteenhundertzeigundsiebzig ließ Ludwig dort vollständige Wagner-Opern ohne Publikum einstudieren.

00:10:01: Später finanzierte er den Bau des Festspielhauses in Bayreuth, das eighteenhundertsechsundsiebzig mit dem Rheingold eröffnet wurde, und die erste vollständige Aufführung des Ringes des Nibelungen ermöglichte.

00:10:14: Ludwig besuchte die Generalprobe, nicht die Premiere.

00:10:19: Zu den Festspielen, mit der Uraufführung von Parsifal, reiste er nicht.

00:10:27: Seine Mutter, Königin Marie, teilte seine Wagner-Begeisterung nicht.

00:10:31: Sie war gesellig und sprachfreudig, was Ludwig missfiel.

00:10:35: Er zog sich mehr und mehr von ihr zurück.

00:10:39: Um seinen Bruder Otto sorgte er sich sehr, Während er verwandten, wie seinem Cousin Ludwig, dem späteren Ludwig III.

00:10:47: jedes Zeichen mangelnder Ehrfurcht übelnahm.

00:10:51: Bei Wagner suchte er Orientierung in privaten, wie politischen Fragen.

00:10:58: Krieg gegen Preußen.

00:11:01: Die bayerische Regierung wollte die Souveränität des Königreichs durch die Ordnung des deutschen Bundes sichern.

00:11:07: Ludwig von der Pforten unterschätzte dabei die Entschlossenheit Otto von Bismarcks, die deutsche Frage unter preußischer Führung zu lösen.

00:11:16: Als seine Vermittlungsversuche scheiterten, blieb auch der preußische Reformplan ohne Ergebnis.

00:11:23: Ludwig wünschte im sich abzeichnenden Konflikt zwischen Preußen und Österreich Neutralität und wollte Bayern möglichst aus den Kämpfen heraushalten, während Österreich auf die Bündnispflichten im Deutschen Bund pochte.

00:11:38: Bayern schwankte zwischen Neutralität und Bündnistreue.

00:11:42: Am elften Mai, den Mobilmachungsbefehl unterzeichnete Ludwig, damit trat Bayern an der Seite Österreichs in den Deutschen Krieg ein.

00:11:53: Auf preußischen Druck hin wurde Österreich die Nutzung der wichtigen Eisenbahnlinie Regensburg-Pilsen-Pragh verwehrt.

00:12:00: Ludwig, von jeher wenig am Militär interessiert, überließ die Kriegspolitik seinen Ministern und zog sich mit Paul von Thurn und Taxis nach Schlossberg und auf die Roseninsel im Sternberger See zurück.

00:12:14: Am Zweiundzwanzigsten Mai reiste er in Cognito an den Vierwaldstädter See nach Tripschen, um Wagner zu besuchen.

00:12:22: Wagner und Paul von Turn und Taxis hielten ihn auch jetzt davon ab, abzudanken.

00:12:29: Nach der Niederlage musste Bayern eine Kriegsentschädigung von dreißig Millionen Gulden an Preußen zahlen.

00:12:35: Ein für die Zeit moderater Betrag.

00:12:39: Territoriale Verluste blieben mit der Abtreitung von Gersfeld, Orb und Kauldsdorf begrenzt.

00:12:45: In der bayerischen Öffentlichkeit machte man vor allem Minister und militärische Leitung für die Niederlage verantwortlich.

00:12:52: Die Armee war schlecht ausgerüstet und organisiert, was auch mit der zurückhaltenden Militärpolitik der Monarchen zusammenhing.

00:13:00: Im Rahmen des Schutz- und Trutzbündnisses stellten Bayern und die übrigen süddeutschen Staaten ihre Truppen im Kriegsfall unter preußischen Oberbefehl, was Bayerns außenpolitische Freiheit deutlich einschränkte.

00:13:13: Vom zehnten November bis zehnten Dezember, eighteenhundertsechsundsechzig, unternahm Ludwig seine einzige große Reise durch das Königreich und besuchte dabei besonders Franken.

00:13:25: Das erst kurz zuvor wieder an Bayern gekommene Herzogtum, das stark unter den Kriegslasten gelitten hatte, fühlte sich vernachlässigt und dachte zeitweise an eine Abspaltung.

00:13:37: Mit seinem Besuch gewann Ludwig die Region zumindest symbolisch wieder für Bayern, obwohl sein Ansehen wegen seiner unentschiedenen Haltung gelitten hatte.

00:13:46: Danach wandte er sich immer stärker seinen romantischen Vorstellungen zu, zog sich auf seine Schlösser zurück, und regelte die Regierungsgeschäfte überboten.

00:13:58: Regierungspolitik.

00:14:00: Unter Ludwig lag die praktische Regierungsführung zunehmend beim Ministerrat.

00:14:05: Ende eighteenhundertsechsundsechzig ersetzte er Ludwig von der Pforten durch Kloodwig zu hohen Lohe Schillingsfürst, der Preußensführungsanspruch anerkannte, aber einen Beitritt Bayerns zum Norddeutschen Bund ablehnte.

00:14:20: Trotz seiner häufigen Abwesenheit erledigte Ludwig seine Amtsgeschäfte über viele Jahre zuverlässig.

00:14:26: Das Kabinettssekretariat hielt den Kontakt zu den Ministern und Ludwig versah Eingaben und Akten mit eigenen Anmerkungen.

00:14:35: Er mischte sich in Personalfragen und Gnadengesuche ein und unterstützte eine moderne Gewerbeordnung mit freiem Niederlassungsrecht für viele Berufe.

00:14:47: Bereits in den letzten Jahren hatten sie unter Maximilian II.

00:14:55: das aktive und passive Wahlrecht erhalten.

00:14:59: Ludwig kannte sich in Wirtschafts- und Kirchenfragen gut aus und führte die Personalpolitik seiner Vorgänger fort.

00:15:07: In der konstitutionellen Monarchie waren seine Handlungsmöglichkeiten begrenzt.

00:15:12: Es ging vor allem darum, politische Kräfte auszubalancieren und den Einfluss des Landtags kleinzuhalten.

00:15:19: Die Ministerien wurden oft gegen die Mehrheitsverhältnisse im Parlament besetzt.

00:15:24: Nach dem Krieg von eighteenhundertsechzig gewann die katholisch-konservative Patriotenpartei die Mehrheit, doch Ludwig berief nationalliberale, preußenfreundliche Minister gegen seine eigenen Neigungen, aber im Bewusstsein seiner königlichen Vorrechte.

00:15:42: Im Frühjahr eighteenhundertsechzig besuchte Ludwig die Pariser Weltausstellung und suchte beim französischen Kaiser Napoleon dem Dritten Unterstützung.

00:15:53: Dieser hatte vor dem Krieg von eighteenhundertsechsundsechzig Bismarck Neutralität zugesichert, in der Hoffnung, nach einem preußischen Sieg Gebiete wie die Pfalz oder Teile des Rheinlands zu erhalten.

00:16:08: Der Historiker Bernhard Löffler sieht im Verlauf der Achtzehnhundertsebziger Jahre einen deutlichen Rückzug Ludwigs aus der aktiven Politik.

00:16:18: Eighteenhundertdreiundsiebzig sprach Ludwig davon, sich innerlich von der Gegenwart lösen zu wollen.

00:16:24: Löffler betont, Ludwig habe wenig politisches Durchsetzungsvermögen, kaum Frustrationstoleranz und wenig Verständnis für das Funktionieren des konstitutionellen Systems besessen.

00:16:36: Aus seiner Religiosität heraus entwickelte Ludwig ein starkes Bewusstsein vom Gottesgnadentum, und idealisierte die absolute Monarchie nach dem Vorbild Ludwigs des Vierzehnten, dessen Leben und Bauwerke eher intensiv studierte.

00:16:54: Verlobung mit Sophie Charlotte in Bayern.

00:16:58: Ludwig heiratete nie.

00:17:00: Am Zweiundzwanzigsten Januar, Achtzehnhundertsechzig, verlobte er sich überraschend mit Herzogin Sophie Charlotte in Bayern, zwei Jahre jünger und aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher, Schwester der Kaiserin Elisabeth, und Tochter von Herzog Max.

00:17:17: Beide kannten sich seit der Kindheit und hatten sich kurz zuvor bei einem Hofball wieder gesehen.

00:17:24: Zuvor hatte Ludwig mehrfach betont, nicht heiraten zu wollen.

00:17:30: Sein Sinneswandel hängt mit dem Bruch mit seinem Flügeladjutanten Paul von Turren und Taxis zusammen, den Zeitgenossen als seine erste große Liebe beschrieben.

00:17:40: In Briefen nannte er Sophie Elsa und unterschrieb selbst mit Heinrich.

00:17:46: Seine Vorstellung von Liebe war romantisch und körperlich distanziert.

00:17:50: Sophie teilte seine schwärmerische und Wagner begeisterte Haltung.

00:17:55: Bald nach der Verlobung kam es zu Spannungen.

00:17:59: Beim Verlobungsball Ende Februar, eighteenhundertsechzig, verließ Ludwig den Saal früh, um ein Theaterstück zu Ende zu sehen und verletzte seine Braut damit öffentlich.

00:18:11: Weitere Vorfälle entfremdeten das Paar.

00:18:14: Am Hof liefen die Vorbereitungen für die Hochzeit dennoch auf Hochtouren.

00:18:19: Papst Pius IX erteilte die nötige Dispens wegen der Verwandtschaft.

00:18:25: Am vierzehnten März, achtzehnhundertsebenundsechzig, wurde das Zeremoniell festgelegt, doch Ludwig verschob den Termin mehrfach.

00:18:34: Vom fünfundzwanzigsten August auf den zwölften Oktober und schließlich auf den zwölften November.

00:18:40: Trotz bereits verbreiteter Bilder der künftigen Königin und einer fertig gestellten Hochzeitskutsche, zog er sich immer weiter zurück.

00:18:50: Am siebten Oktober, achtzehnhundertsechzig, löste er die Verlobung auf, sehr zum Entsetzen der Familien und des Hochadels.

00:18:59: Nur wenige wussten, dass Sophie sich kurz nach der Verlobung in den Kaufmann Edgar Hanfstengel verliebt hatte und ihn im Sommer, achtzehnhundertsechzig, mehrfach heimlich traf.

00:19:10: Diese Beziehung gab sie später wieder auf.

00:19:14: Aus Briefen und ihrem weiteren Leben, wie auch aus Ludwigs späterem Verhalten, schließen Historiker mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Ludwig kaum Interesse an Frauen hatte.

00:19:24: Ein halbes Jahr nach dem Bruch mit Paul von Turren und Taxis, lernte Ludwig am sechsten Mai, eighteenhundertsechzig, Richard Hornig, kennen.

00:19:34: Es entstand eine heimliche Liebesbeziehung.

00:19:37: Ludwig ernannte ihn zum Stallmeister und später zum Privatsekretär.

00:19:42: Hornig begleitete ihn im August nach Paris.

00:19:46: Ludwig bezeichnete den Tag ihres Kennenlernens rückblickend als wichtig für sein Leben.

00:19:52: Auszüge seines geheimen Tagebuchs, die nineteenhundertundzwanzig veröffentlicht wurden, deuten auf seine Neigung zu Männern und die damit verbundenen inneren Konflikte hin.

00:20:04: In den Quellen werden auch belastende Vorwürfe gegen Ludwig erwähnt, etwa gegenüber Reitersoldaten.

00:20:11: Andere Biografen sehen in solchen Behauptungen eher ein Mittel, seine Entmündigung zu rechtfertigen.

00:20:18: Ludwig fühlte sich Seelenverwandt mit Autoren wie Leopold von Sacha Masoch.

00:20:25: Krieg gegen Frankreich und Kaiserbrief.

00:20:28: Im Sommer eighteenhundertsiebzig trat Bayern auf Grundlage des Schutz- und Trutzbündnisses von eighteenhundertsechsundsechzig in den deutsch-französischen Krieg ein.

00:20:39: Ludwig ordnete einen Tag nach der französischen Kriegserklärung die Generalmobilmachung an.

00:20:45: Ein schneller Vorstoß bayerischer Truppen von Landau aus trug dazu bei, dass der Krieg mit der Entscheidung bei Sedan früh zu Gunsten der deutschen Seite ausging.

00:20:55: Ludwig zeigte sich damit entschlossener als eighteenhundertsechsundsechzig.

00:21:00: Für Bayern bedeutete der Sieg jedoch auch den Verlust eines Teils seiner Eigenständigkeit.

00:21:07: Die süddeutschen Staaten schlossen Beitrittsverträge mit dem Norddeutschen Bund und sicherten sich dabei einige Sonderrechte.

00:21:15: Bismarck gestaltete die Verträge so, dass es wie eine Neugründung eines Gesamtdeutschen Staates wirkte, tatsächlich traten die Staaten jedoch einem bereits bestehenden Bundesstaat unter preußischer Führung bei.

00:21:30: Der Vorsitzende im Ministerrat Brei Steinburg verhandelte für Bayern und erreichte Ausnahmen.

00:21:38: etwa eine eigene Armee und eine eigene Diplomatie.

00:21:43: Reichstag und Bundesrat wollten, dass der preußische König als Deutscher Kaiser an der Spitze des neuen Reichs stand.

00:21:51: Bismarck wünschte sich dazu eine feierliche Bitte der Fürsten und entwarf den sogenannten Kaiserbrief, den Ludwig als Ranghöchster nicht preußischer Monarch unterzeichnen sollte.

00:22:04: Ludwig empfand dies als Zumutung und schlug vor, die Kaiserwürde zwischen Berlin und München wechseln zu lassen.

00:22:12: Eine Idee, die Bismarck ablehnte.

00:22:15: Dennoch unterschrieb Ludwig am dreißigsten November, den Kaiserbrief.

00:22:21: Ihm wurden im Gegenzug finanzielle Zuwendungen zugesichert, teilweise aus dem Welfenfond.

00:22:27: Aus der Nationaldotation des Reichstags von vier Millionen Talern erhielt er dreihunderttausend Taler zur eigenen Verfügung.

00:22:37: Wie stark diese Zahlungen seine Entscheidung beeinflussten, beurteilen Historiker unterschiedlich.

00:22:44: Einige sehen seine Einsicht in die politische Notwendigkeit des Beitritts als Hauptmotiv.

00:22:50: Ludwig blieb der Kaiser-Proklamation am achtzehnten Januar, achtzehnhundert-achtundsiebzig in Versailles fern.

00:22:57: Aus Stolz auf seine Souveränität miet er persönliche Kontakte zum neuen Kaiserhaus und zeigte seine Reserviertheit offen.

00:23:06: Seine Mutter, als Preußhin geboren, begrüßte die Reichsgründung, was seine innere Distanz noch verstärkte.

00:23:13: Als Wilhelm I. später auf Durchreise nach München kam, empfing ihn Ludwig nicht und untersagte sogar seiner Mutter, den kaiserlichen Cousin, zu sehen.

00:23:26: Rückzug aus der Öffentlichkeit.

00:23:28: Ludwig sah sich weiterhin als hüter bayerische Eigenständigkeit und versuchte seit eighteenhundertseinundsiebzig jede Einschränkung seiner Souveränität zu begrenzen.

00:23:40: Zugleich entfernte er sich mehr und mehr von der politischen Realität.

00:23:46: Er träumte von idealisierten Königswelten und ließ in der Münchner Residenz einen großen Wintergarten mit exotischer Bepflanzung, künstlichem See und wechselnden Panoramen anlegen.

00:24:08: war die Fahrt zur Generalprobe der Bayreuther Festspiele sein letzter halböffentlicher Auftritt.

00:24:16: In den letzten Jahren begann eine Freundschaft mit dem Schauspieler Josef Keins, der ihm vorlas und ihn auf eine Schweizreise begleitete.

00:24:25: Diese Beziehung endete jedoch bald.

00:24:28: Später besuchten ihn nur noch wenige Verwandte, etwa sein Cousin Prinz Ludwig Ferdinand und dessen Frau in Herrenchiemsee.

00:24:37: In den letzten Jahren lebte Ludwig hauptsächlich in Linderhof, unternahm nächtliche Schlittenfahrten und wechselte im Jahreslauf zwischen Schlossberg und Hohenschwangau, wo er den Bau von Neuschwanstein überwachte.

00:24:51: München miet er vollständig.

00:24:54: Trotz seines Rückzugs erledigte er weiterhin seine Amtsgeschäfte.

00:24:59: Das Kabinettssekretariat folgte ihm und per Telegraf blieb er erreichbar.

00:25:06: Technische Neuerungen faszinierten ihn.

00:25:09: Seine Kutschen und Schlitten erhielten elektrische Beleuchtung und neben der Venusgrotte in Linderhof standen Dynamomaschinen, die als eines der frühesten fest installierten Kraftwerke gelten.

00:25:21: In Hohen Schwangau ließ er kunstvolle Beleuchtungen und Effekte mit Wasserfall, Regenbogen und Sternenhimmel einbauen.

00:25:30: All dies schuf ihm eine Gegenwelt, in der er sich als wahrer König fühlte, fern von Parlamentarismus und Industrialisierung.

00:25:40: Ludwig glaubte an das Königtum von Gottes Gnaden und verehrte Ludwig XIV, dessen höfische Pracht er in Herrenchimsee und Linderhof nachahmte.

00:25:51: Anders als der französische König lebte er jedoch zurückgezogen.

00:25:56: In Linderhof ließ er einen versenkbaren Ess-Tisch einbauen, um möglichst unbeobachtet zu sein.

00:26:04: Ab etwa achtzehnhundertfünfundsebzig kehrte er seinen Tag-Nacht-Rhythmus um, arbeitete nachts und schlief morgens, was ihm den Beinamen Mondkönig einbrachte.

00:26:16: Unregelmäßige Lebensweise, starke Süßigkeitenessen und fehlende Zahnpflege, führten zu Zahnbeschwerden und Gewichtszunahme, was seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit verstärkte.

00:26:29: Als Ersatz für soziale Kontakte widmete er sich umso stärker seinen Bauprojekten, die immer kostspieliger wurden und ihn in große finanzielle Schwierigkeiten brachten.

00:26:40: Achtzehnhundertvierundachtzig deckte der Finanzminister freiherr von Riedelschulden mit einer Anleihe von sieben Millionen Mark.

00:26:49: Doch die Ausgaben stiegen weiter.

00:26:52: Anfang Achtzehnhundertsechsundachtzig verweigerte das Kabinett eine Bürgschaft für einen weiteren Kredit über sechs Millionen Mark.

00:27:01: Ludwig suchte nach neuen Lösungen, bat Bismarck um Hilfe, und erhielt von ihm den Rat das Ministerium anzuweisen, die Mittel im Landtag zu beantragen.

00:27:11: Stattdessen leitete das Ministerium Schritte zur Entmündigung ein.

00:27:17: Entmündigung.

00:27:19: Am achten Juni, die Ärzte Bernhard von Gudden, Hubert von Grashai, Friedrich Wilhelm Hagen und Max Huberich Ludwig in einem Gutachten auf Basis von Zeugen aussagen, ohne persönliche Untersuchung für schwer seelisch erkrankt und auf Dauer regierungsunfähig.

00:27:39: Am neunten Juni erklärte die Regierung unter Johann von Lutz ihn für entmündigt.

00:27:45: In der Nacht zum zehnten Juni erschien eine Kommission in Neuschwanstein, um Ludwig in Gewahrsam zu nehmen.

00:27:53: Ludwigs Kutscher warnte ihn, die Gendarmerie besetzte das Tor und eine dem König nahestehende Baronin stellte sich der Kommission energisch entgegen.

00:28:04: Die Abgesandten mussten schließlich unverrichteter Dinge umkehren.

00:28:08: Ludwig ließ sie vorübergehend festsetzen, doch nach Eingang der Regentschaftserklärung wurden sie wieder freigelassen.

00:28:16: Sein langjähriger Leibarzt Max Josef Schleiß von Löwenfeld, der nicht an der Begutachtung beteiligt worden war, äußerte Zweifel an der Diagnose und sah keine zwingenden Belege für eine dauerhafte Unfähigkeit zur Amtsführung.

00:28:32: Dennoch übernahm sein Onkel Louis-Pold am zehnten Juni die Regentschaft, später auch für Ludwigs Bruder Otto.

00:28:39: Eine gefälschte Gegenproklamation, die Louis-Pold kritisierte, wurde rasch beschlagnahmt.

00:28:46: Bismarck riet Ludwig telegrafisch, sich dem Münchner Volk zu zeigen.

00:28:50: Doch Ludwig blieb zurückgezogen und lehnte Fluchtvorschläge ab.

00:28:55: Aus heutiger Sicht wird das Gutachten Gudens kritisch beurteilt.

00:29:01: Der Psychiater Heinz Häfner kam nach Auswertung zahlreicher Quellen zu dem Schluss, dass Ludwig keine paranoide Schizophrenie im modernen Sinn gehabt habe, sondern unter inneren Konflikten, hoher Schüchternheit und Schuldgefühlen wegen seiner sexuellen Orientierung litt.

00:29:20: Seine intensiven Baupläne deutet Häfner als eine Art Sucht, die zunehmend seine Handlungsfähigkeit einschränkte.

00:29:28: Hans Förstel sah später eher Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung und vermutete auf Grundlage des Obduktionsberichts eine spätere Demenzform.

00:29:39: Tod im Sternberger See.

00:29:43: In der Nacht zum zwölften Juni, achtzehnhundertsechsundachtzig, wurde Ludwig von Neuschwanstein nach Schloss Berg am Ufer des Sternberger Sees gebracht.

00:29:54: Am dreizehnten Juni, dem Pfingstsonntag, durfte er die Messe nicht besuchen.

00:30:00: Nachmittags unternahm er mit Bernhard von Gudden einen Spaziergang im Schlosspark.

00:30:05: Für den Abend war ein weiterer Gang vorgesehen.

00:30:10: Als die beiden gegen Abend nicht zurückkehrten, wurde zunächst angenommen, sie hätten Schutz vor einem Regenschauer gesucht.

00:30:18: Später begann eine Suche mit Jandarmen und Bediensteten.

00:30:22: Gegen Nacht fand man Kleidungsstücke des Königs am Ufer und entdeckte Ludwig und Gudden schließlich nahe der Uferlinie im Flachenwasser.

00:30:31: Beide konnten nur noch totgeborgen werden.

00:30:35: Die Umstände ihres Todes blieben ungeklärt.

00:30:39: Die offizielle Darstellung ging von einem Suizidversuch aus, bei dem Guten den König habe zurückhalten wollen.

00:30:46: In der Öffentlichkeit entstanden bald andere Deutungen.

00:30:50: Manche vermuteten einen Fluchtversuch, andere gesundheitliche Probleme im kalten Wasser.

00:30:56: Spätere Familienangehörige und Historiker haben verschiedene Abläufe rekonstruiert, Ein endgültiger Nachweis ist jedoch nicht möglich.

00:31:06: Sicher ist nur, dass Ludwig und Gudden an diesem Abend im See ums Leben kamen.

00:31:14: Obduktion und Beerdigung.

00:31:17: Am vierzehnten Juni, achtzehnhundert sechsundachtzig, wurde der Leichnam in Schloss Berg eingesignet und in der Nacht nach München überführt.

00:31:28: Am fünfzehnten Juni untersuchte ein Ärzteteam darunter auch Max-Josef Schleiß von Löwenfeld, den Körper in der Residenz.

00:31:38: Die offizielle Mitteilung bestätigte die früheren Diagnosen, wobei die Ergebnisse nur teilweise veröffentlicht wurden.

00:31:46: Anschließend wurde der Leichnam einballsamiert und drei Tage lang in der Hofkapelle im Ornat des Hubertus Ritterordens aufgebahrt.

00:31:55: Am neunzehnten Juni, achtzehnhundertsechsunddachzig, fand der Trauerzug durch München statt.

00:32:02: Danach wurde Ludwig in der Gruft der Michaelskirche beigesetzt.

00:32:07: Sein Herz wurde getrennt bestattet und am sechzehnten August des selben Jahres in die Gnadenkapelle von Altötting überführt.

00:32:18: Baukönig, Kulturförderer und Mythos.

00:32:21: Ludwig II.

00:32:23: ließ zwischen eighteenhundert achtundsechzig und achtzehnhundert vierundachtzig prachtvolle Bauwerke wie Neuschwanstein, Linderhof, Herren Schiemsee, und das Königshaus am Schachen errichten, inspiriert vor allem von der französischen Monarchie und Richard Wagner.

00:32:43: Viele weitere Projekte blieben unvollendet, die enormen Kosten führten zu hohen Schulden, die das Haus Wittelsbach nach seinem Tod ausgleich.

00:32:53: Seine Schlösser prägen Bayerns Kultur bis heute und machten ihn zu einer der einflussreichsten Figuren des späten neunzehnten Jahrhunderts.

00:33:02: Die später veröffentlichten, teils umstrittenen Tagebuchabschriften bieten nur einen unsicheren Blick auf seine Persönlichkeit.

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